Liebe Heuwusler-Freunde,

lest hier den Bericht über das Kaninchen LEO, der unheimliches Glück hatte, dass er zu den Heuwuslern kam. Seine Geschichte bestätigt uns wieder einmal darin, mit unermüdlichem Einsatz für unsere Kaninchen und Meerschweinchen zu kämpfen, kein Tier aufzugeben, und schon gar nicht aus finanziellen Gründen eine Behandlung, die Besserung und vor allem Schmerzlinderung verspricht, zu unterlassen.

Am 18. September 2013 bekamen wir einen Anruf von Frau Lorenz, einer Sozialhelferin, die beim Besuch einer Klientin in deren Wohnung ein Kaninchen entdeckt hat, das in einem Käfig saß, keinen Auslauf hatte und nur schlecht versorgt wurde und das noch dazu ein “kaputtes” Auge hatte. Die Klientin bekam das Kaninchen von ihrer Enkelin „aufs Auge gedrückt“, die „keinen Bock mehr drauf hatte, das Tier zu versorgen“. Leider hatte die ältere Dame kein Geld für Frischfutter geschweige denn für den Tierarzt.

Glücklicherweise ist Frau Lorenz als Mitglied in Aiderbichl und bei den Pfotenhelfern Puchheim aktive Tierschützerin und hat die Heuwusler verständigt. Lissi holte den armen LEO noch am selben Tag ab.
Beim Anblick von LEO’s Auge, aus dem der Eiter lief (siehe Foto) wusste sie, dass es keine Zeit zu verlieren gab und brachte ihn auf direktem Weg in die Tierklinik Ismaning. Lissi: „Ich möchte mir nicht vorstellen, was für unendliche Leiden und Schmerzen dieser süße Kerl bis heute erdulden musste”.


Leo musste operiert werden, es handelte sich hier wohl um eine alte Verletzung des Augapfels, die nie behandelt wurde. Es hatte sich anscheinend ein Abszess gebildet, der den Augapfel wohl mit der Zeit nach außen gedrückt hat, der Lidschluss hat nicht mehr funktioniert und der Augapfel ist ausgetrocknet. Der Abszess wütete in der Augenhöhle weiter, weil es da warm und feucht war. Das Auge (bzw. was davon noch übrig war) musste entfernt werden und die Augenhöhle musste ausgeschabt werden. Gott sei Dank war der Knochen noch nicht angegriffen.

Doch damit war es noch nicht überstanden. Nach der Narkose ging es ihm sehr schlecht und am nächsten Tag Mittag sagte man am Telefon, dass sein Zustand als äußerst kritisch eingestuft wurde. Wir haben uns große Sorgen gemacht ob wir Leo überhaupt noch lebend zu Gesicht bekommen. Er hatte knapp 40° Fieber und die Wunde war so dermaßen angeschwollen dass man die Naht wieder öffnen musste; es kam schwallartig Eiter heraus. Die Wundhöhle müsste daher die nächste Zeit offen bleiben.

Die Heuwusler besuchten LEO nun täglich in der Klinik. Maria und Andrea haben ihn gepäppelt, ihm Medizin gegeben etc. und berichteten erleichtert: „Wir waren positiv überrascht was sein Allgemeinbefinden anbelangt. Er ließ sich prima anfassen, streicheln und auch Päppeln war gar kein Problem. Hatten Karotten-Hipp-Gläschen dabei, das fand er total klasse und hat richtig geschmatzt. Leo ist ein absolut süßer Kerl.“

Am Samstag wurde er dann überraschend aus der Klinik entlassen. Das bedeutete allerdings eine ziemliche zeitliche und mentale Belastung für Andrea, zu der Lissi ihn zur Pflege gebracht hatte. In der Augenhöhle war eine walnussgroße Tamponage, die täglich ein- bis zweimal gewechselt werden musste. Der Eiter musste herausgespült und die Wunde gesäubert werden. Außerdem musste er mehrmals täglich verschiedene Medikamente bekommen. Ein paar Sorgen machten wir uns noch, weil er zwischendurch nichts fraß und der Urin ziemlich rot war, aber das hat sich nach ein paar Tagen gelegt. Seit 25.9. ist er nun bei mir auf der Pflegestelle, wo ich drei Wochen lang täglich zweimal seine Wunde versorgt habe. Eine ziemlich aufwändige Prozedur, doch inzwischen (ca. fünf Wochen nach der Operation) ist die Öffnung zugewachsen. Bleibt zu hoffen, dass sich darunter kein Eiter mehr bildet, sonst muss er möglicherweise noch einen Eingriff über sich ergehen lassen, wenn ihm eine Drainage gelegt werden muss. Aber das wird er auch noch packen. Er hat nach wie vor einen gesegneten Appetit, lässt alle Behandlungen geduldig über sich ergehen und kommt auch einäugig gut zurecht.

Leider wurde bei der Operation sein rechtes Ohr in Mitleidenschaft gezogen und hängt nun runter, während das linke hochsteht. Das ist aber kein Schönheitsfehler, sondern sieht total süß aus.



Danke an alle, die ihm die Heilung und nun ein schöneres Leben ermöglicht haben, allen voran natürlich Frau Lorenz, die nicht nur die Heuwusler verständigt hat, sondern sich sogar mit einer beträchtlichen Geldspende an den Behandlungskosten für LEO beteiligt hat.

Heute lebt Leo bei Helga und darf auch dort bleiben und …….hört man es von den Bäumen zwitschern, bekommt er natürlich auch eine Partnerin. Gut gemacht Leo, du hast dir deinen Platz gesucht und besser hättest du es nicht treffen können. Danke Helga.